Aufruf für den 19.06.2021: “Damals wie heute – für eine feministische Praxis!”.

Leben schützen! Abtreibung legalisieren! – Für eine feministische Praxis!

Seit 2010 versammeln sich Abtreibungsgegner:innen zu einem sogenannten “Schweigemarsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz.

Die Veranstaltung wird aktuell vom Verein “Lebensrecht Sachsen e.V.” organisiert und stellt ein Sammelbecken für Personen und Organisationen, die Nationalismus, Sexismus und feindliche Einstellungen gegenüber Frauen, homosexuellen Menschen sowie trans-, inter*-, und nicht binären Personen verbreiten.

Eines ihrer Hauptziele ist das absolute Verbot von Abtreibung, ohne die Möglichkeit auf Ausnahmen, sowie ein weiteres Bestehen des Vebots von Sterbehilfe.

Aufgrund restriktiver Gesetze haben jährlich ca. 22 Millionen ungewollt Schwangere weltweit keinen Zugang zu einem sicheren, legalen Schwangerschaftsabbruch. Jedes Jahr sterben ca. 47.000 schwangere Personen an den Folgen von unsicher durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen. Unzählige weitere leiden unter gesundheitlichen Folgen oder juristischer Verfolgung.

Daher sind Abtreibungsgegner:innen nicht für das Leben. Denn wer das Leben von Menschen, die die Schwangerschaft beenden möchten, muss Abtreibungen legalisieren! Diese Legalisierung ist auch in Deutschland nicht erreicht.

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„Immer wieder jüdische Hände…“ – Antisemitismus in Abtreibungsdebatten – Weimarer Republik und heute

organisiert von Pro Choice Leipzig 

Vortrag von Pola Behr.
27.05.2021 – 19:00

Anfeindungen gegen Ärzt*innen, die sich für ein Recht auf Schwangerschaftsabbrüche einsetzen, haben eine lange Geschichte. 1931 wurden in Stuttgart die Ärzt*innen Friedrich Wolf und Else Kienle aufgrund des §218 verhaftet. Feministische und kommunistische Bewegungen solidarisierten sich daraufhin mit den beiden Ärzt*innen. Wohingegen Kienle und Wolf in der konservativen und nationalsozialistischen Presse verbal attackiert wurden. Dabei ging es weniger um gegensätzliche Positionen zu Schwangerschaftsabbrüchen, als darum, die beiden in antisemitischer Weise als „jüdische Abtreiber“ darzustellen.

Der Vortrag soll zu Beginn die feministischen und kommunistischen Bewegungen gegen den § 218 in der Weimarer Republik darstellen. Außerdem wird in die Biografien von Else Kienle und Friedrich Wolf eingeführt. Daran anschließend werden die verschiedenen antisemitischen Motive, die in der Berichterstattung um den Prozess gegen Wolf und Kienle auftraten, analysiert. Anhand dessen kann der Frage nach ideologischen Überschneidungen zwischen Antifeminismus und Antisemitismus in Debatten um Schwangerschaftsabbrüche nachgegangen werden. Abschließend werden die Kontinuitäten ins heute beleuchtet.

Abtreibungspraktiken im Deutschen Kaiserreich: Geburtenrückgang – Biopolitik – Gebärstreik

organisiert von Pro Choice Leipzig

Vortrag mit Prof. Dr. Anna Bergmann
14.05 / 19:00 Uhr

Der Vortrag behandelt die rechtliche, medizinische und sexualpolitische Normierung der 1871 im Reichsstrafgesetzbuch des Deutschen Kaiserreichs verankerten Abtreibung als ein Tötungsdelikt und die daraus langfristig entstandenen Konsequenzen für die Abtreibungspraxis von Frauen. In Deutschland, aber auch in anderen Industrieländern, entwickelten sich seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der Gebrauch neuer Verhütungstechniken und die sich damit verbindende Abtreibungspraxis zu einem Massenphänomen, das sich statistisch als Geburtenrückgang niederschlug. Dieser demografische Wandel löste eine hitzige bevölkerungspolitische Diskussion aus. Eine breite Front gegen die dem weiblichen Keuschheitsideal widersprechende, aber dennoch von Frauen praktizierte Geburtenkontrolle wurde mit antifeministischen, rassenhygienischen, sexualmoralischen und biopolitischen Argumentationsfiguren aufgebaut.

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[DD] Plakat-Gallery: 150 Jahre Widerstand gegen den § 218 StGB

Seit 150 Jahren werden ungewollt Schwangere und Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen durch die Rechtsprechung kriminalisiert. Wir fordern das Recht auf kostenlose, wohnortnahe, legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche. Dafür braucht es die Abschaffung des Paragrafen 218 StGB, sprich die Legalisierung der Abtreibung durch Streichung aus dem Strafgesetzbuch.

In den Schaufensterscheiben der Kosmotique wird es am 15. Mai zwischen 11 und 18 Uhr eine Plakat-Gallery zu sehen geben! Wir beteiligen uns am bundesweiten Aktionstag des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung und deren Kampagne “Weg mit § 218!”. Vor 150 Jahren – am 15. Mai 1871 – wurden Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch im ersten Reichsstrafgesetzbuch verabschiedet. Seitdem kriminalisiert der Paragraf ungewollt Schwangere und Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, auch wenn der Abbruch unter bestimmten Auflagen straffrei bleibt. 150 Jahre Kriminalisierung haben ein gesellschaftliches Tabu rund um den Schwangerschaftsabbruch geschaffen. Die medizinische Versorgungssituation wird immer kritischer – v.a. in ländlichen Räumen -, da immer weniger Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aufgrund der strafgesetzlichen Regelung ist der Schwangerschaftsabbruch nur unzureichend Gegenstand der gynäkologischen Fachärzt*innenausbildung und verstärkt die mangelhafte Versorgungssituation weiter. Ärzt*innen dürfen darüber hinaus auf ihren Webseiten nicht ausführlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren und aufklären, weil der Paragraf 219a StGB dies verbietet. Damit muss endlich Schluss sein! Wir fordern das Recht auf kostenlose, wohnortnahe, legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche. Schwangerschaftsabbrüche müssen eine medizinische Leistung sein, deren Kosten wie bei anderen standardisierten medizinischen Leistungen durch die Krankenkassen übernommen werden. Dafür braucht es die Abschaffung des Paragrafen 218 StGB, sprich die Legalisierung der Abtreibung durch Streichung aus dem Strafgesetzbuch.

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[DD] Safe Abortion Day 2020

Zum internationalen „Safe Abortion Day“ am 28. September 2020 rufen in Deutschland bundesweit derzeit über 80 Institutionen, Parteien und Länder-Bündnisse auf.
Mit dem Motto „Schwangerschaftsversorgung ist Grundversorgung“ wird auf die Dringlichkeit hingewiesen, dass die Notsituation für ungewollt Schwangere, einen sicheren Ort und eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine Beendigung der Schwangerschaft zu finden, immer dramatischer wird. Die Zahl der Arztpraxen und Kliniken, die
Schwangerschaftsabbrüche durchführen, war bereits zwischen 2003 und 2018 um rund 40 Prozent auf bundesweit etwa 1.200 Stellen gesunken. Ungewollt Schwangere, die eine Abbruch durchführen lassen wollen, müssen immer längere Strecken zurücklegen, bis zu 200 Kilometer. Die Corona-Krise hat diese Situation noch einmal verschärft.

Mehr Infos: hier

Alle Veranstaltungen zum Safe Abortion Day in Sachsen sind hier gelistet.

[DD] Wichtige Adressen zum Schwangerschaftsabbruch

Egal wo. Egal wer. Egal warum.

Unter diesem Motto rufen wir zusammen mit vielen anderen Organisationen  zum diesjährigen Safe Abortion Day auf!

Der Safe Abortion Day ist ein internationaler Aktionstag. 2019 wurde in mehr als 30 Städten in Deutschland für das Recht auf Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen gekämpft!

„Durch die Corona-Krise steht unser Gesundheitssystem auf dem Prüfstand. Lasst uns jetzt das Thema Schwangerschaftsabbruch in dieser Diskussion stark machen!“

Darum liegt der Fokus dieses Jahr für uns in Deutschland auf der Forderung:

Egal wo. Egal wer. Egal warum. : Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung!

Deshalb haben wir eine Liste zusammengestellt mit Beratungsstellen im Dresdner Land, die die notwendigen Beratungsscheine ausstellen. Damit verhindern wir, dass Menschen von Organisationen wie Kaleb o.Ä. beraten werden, die z.B. den Marsch für das Leben organisieren.

Ebenfalls gelistet sind die wenigen Kliniken und Praxen, die die Abbrüche durchführen.

Hier ist die Liste zum Download.

EIn Umgang mit Kritik – Stellungnahme zur Kampagne Abtreibungsgeschichten

Auch kritische Stimmen wurden den Initiatorinnen der Kampagne “Abtreibungsgeschichten” in Bezug auf die Veröffentlichung von Abtreibungsgeschichten zugesandt. Folgend könnt ihr deren Antwort darauf lesen, sie verdeutlicht nochmal klare Motive, Hintergründe und Prozesse der Kampagne. Sie freuen sich über weitere Geschichten, weitere Anregungen und Kritik und gehen gern mit euch darüber in Austausch!

Im Zuge der Mobilisierung für den Schweigemarsch in Annaberg haben wir Abtreibungsgeschichten gesammelt, mit dem Ziel Abtreibungen zu entstigmatisieren und über die verschiedenen Geschichten hinweg auf Gemeinsamkeiten und strukturelle Probleme aufmerksam zu werden. Einer der Hintergründe war auch, über die Geschichten genauere Einblicke zur Versorgungslage von Schwangerschaftsabbrüchen zu bekommen. Verschiedene Personen, die abgetrieben haben, haben uns dabei ihre Geschichten als Audio-Aufnahme, in Schriftform, oder als Postkarte zukommen lassen.

Dabei kam es recht schnell zu verschiedenen Reaktionen.
Positiv stimmen uns bspw. Beratungsstellen, die die Aktion sehr begrüßten, Teile von ihr ausstellen werden und uns ihre Unterstützung weiterhin zusicherten. Wir erkennen hierin die Chance, mit dieser Kampagne mehr Menschen zu erreichen, als wir das normalerweise tun.

Aber es kam auch zu kritischen Rückmeldungen, wie euren, dafür möchten wir euch vielen Dank sagen. Das kritische Feedback hat einen intensiven internen Diskussions- und Reflexionsprozess angestoßen, dessen bisherigen Stand wir euch gerne mitteilen möchten. Aufgrund der Coronasituation, aber auch des etwas längeren Prozesses wegen kommt die Antwort nun mit einer gehörigen Zeitversetzung. Weiterlesen

Pressemitteilung Pro Choice Sachsen zum 06.06.2020

Annaberg-Buchholz, 25.05.2019 (PM als PDF)

+++ Feministische Aktionen am 06.06.2020 in Annaberg-Buchholz + mehr als 6.000 Broschüren verteilt + Foto-Aktion vor Annenkirche + Radioshow über Abtreibung und reproduktive Gerechtigkeit +++

Am Samstag, den 6. Juni haben Aktivist*innen von Pro Choice Sachsen in Annaberg-Buchholz über das Recht auf Abtreibung informiert. Rund 20 Aktivist*innen verteilten über 6.000 Broschüren und kamen mit interessierten Anwohner*innen ins Gespräch. Mit einem meterlangen Banner wurde sich vor der Annenkirche für die Forderung nach einer Legalisierung von Abtreibung stark gemacht.

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Radioshow “Abtreibung und reproduktive Gerechtigkeit”

Die Demo fällt aus, doch der Gegenprotest muss weiter gehen. Wir haben einiges zu sagen, wir haben Forderungen und wir wollen sie mit euch teilen! Schaltet deshalb am 06.06.2020, 14 Uhr eure Radios oder das technische Gerät eurer Wahl an und hört mit uns Redebeiträge, Musik, Interviews, Erfahrungsberichte, u. v. m. zu den Themen Abtreibung und reproduktive Gerechtigkeit.

Hier geht’s zum Stream: feministischer Sendetag bei coloradio

Die Sendung läuft von 14 bis 19 Uhr live bei Coloradio. Ihr erreicht uns die gesamte Sendezeit über per Twitter (ProChoice_SN) und Instagram (_FEMermaid) und so sieht unser Zeitplan ungefähr aus: Weiterlesen