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Der Schweigemarsch 2020 fällt aus!

Schon seit Anfang des Jahres ist vom “Lebensrecht Sachsen e.V.” nichts mehr zu hören gewesen, während unsere Kampagne mit begleitenden Online-Veranstaltungen schon längst los ging. Vor einigen Tagen erreichte uns nun die Information, dass die Fundis ihren geplanten Schweigemarsch am 06.06.2020 in Annaberg-Buchholz “aufgrund der aktuellen Lage” ausfallen lassen.

Wir haben nach einiger Überlegung beschlossen, unsere Demonstration am 06. Juni abzusagen. Stattdessen werden wir von 14 bis 19 Uhr die Radioshow Abtreibung & reproduktive Gerechtigkeit bei Coloradio präsentieren. Selbstverständlich sind wir froh darüber, dass die Fundis ihren antifeministischen Blödsinn dieses Jahr nicht auf die Straße tragen. Und anders als sie haben wir in den vergangenen Monaten unsere Analysen, Positionen und Inhalte weiter diskutiert, ausgearbeitet und öffentlich gemacht. Euer Interesse und Feedback gibt uns dabei Mut für die Zukunft.

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Broschüre 2020

Wir haben in einer Broschüre zusammengefasst, warum wir für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch aktiv sind. Darin steht auch, warum die Versorgungslage in Deutschland schlechter ist, als häufig gedacht, welche rechten und fundamentalistischen Strukturen hinter der vermeintlichen “Lebensschutzbewegung” stehen – und was sich unserer Meinung nach ändern muss.

Vortrag & Diskussion: Antifeminismus in der extremen Rechten

Antifeminismus in der extremen Rechten und dessen Relevanz als Brückennarrativ
am 26.05.2020 um 19.30 Uhr (online)

Feminismus und Gleichstellungsarbeit rücken vermehrt in den Fokus der extremen Rechten oder sogenannter „rechtspopulistischer“ Bewegungen – neben dem Dauerthema Migrationspolitik. Solche Bewegungen inszenieren sich als Schützer der Frauenrechte, wenn sie damit gegen »Andere« hetzen können. In vermeintlicher „Sorge um unsere Frauen und Kinder“ werden Frauenrechte rassistisch instrumentalisiert. Geht es jedoch um häusliche und sexualisierte Gewalt aus der Mehrheitsbevölkerung, um Aufklärung oder um Gleichstellung, werden Debatten und Forderungen meist mit dem Verweis auf „Frühsexualisierung“, „Gender-Gaga“ und einen bevormundenden Staat abgeblockt. Rechtsextreme und rechtspopulistische Strömungen sehen hier Gefahren für eine „natürliche“ Ordnung, die Männer privilegiert und Frauen unterordnet. Die Ablehnung richtet sich hier gegen Gleichstellung ebenso wie gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Feminist*innen wird geradezu eine “zersetzende Kraft” für Familie und „Volk“ zugesprochen. Wenn extrem rechte Akteure betrachtet werden, wird die Relevanz von Antifeminismus sowie deren Geschlechterpolitik unseres Erachtens immer noch zu wenig herausgestellt. Weiterlesen

+++Update 14. Mai 2020+++

Hallo zusammen,

es ist nicht mal mehr einen Monat hin bis zum diesjährigen Schweigemarsch der Fundis in Annaberg-Buchholz. Deshalb wollen wir euch gern ein kurzes Update bezüglich unsere bisherigen Planung geben.

Bis dato weist wenig darauf hin, dass die Fundis ihren Schweigemarsch absagen. Diesen werden wir natürlich nicht unwidersprochen lassen! Jedoch müssen wir als emanzipatorisches Bündnis auch die Gefahren der Pandemie ernst nehmen.

Zur Zeit arbeiten wir daher an einem an die Situation angepassten Konzept. Dabei gehen wir, gestützt auf aktuelle wissenschaftliche Beiträge, von einer zweiten Infektionswelle aus und wollen deshalb, trotz rechtlicher Lockerungen, keine vermeidbaren Risiken eingehen. Damit ihr besser Einschätzen könnt was das auch für euch bedeutet, hier eine kurze Übersicht:

Es wird keine gemeinsame Busanreisen geben. Wir versuchen gerade Anreisen per Zug aus den größeren Städten Sachsens zu organisieren. Ansonsten sind Autokolonnen auch weiterhin eine Option. Genauere Infos folgen noch.

Trotz all der Orga wollen wir versuchen, die Teilnehmendenzahl nicht unermesslich hoch werden zu lassen. Dabei verzichten wir auf jegliche Art der Voranmeldung. Für Menschen mit längeren Anfahrtswegen empfehlen wir, vielleicht lieber zu Hause zu bleiben.
Wie ihr auf social media vielleicht schon gesehen habt, fallen auch viele Teile der letztjährigen Infrastruktur vor Ort weg. Dazu gehören Dixis/Toiletten, Küfa und Kinderbetreuung. Letztere kann bei Bedarf angefragt werden. Wir würden dann versuchen, je nach Kapazitäten, eine dezentrale Betreuung in den jeweiligen Städten zu organisieren. Schreibt uns einfach über pro-choice[at]riseup.net.

Auch wenn das alles noch sehr schwammig klingt, sicher ist, dass wir eine Demo mit einer Gegendemo, eine Kundgebung mit einer Gegenkundgebung und antifeministischen Bullshit, egal wo und wann, mit lautstarkem Gegenprotest beantworten werden!

Solidarische Grüße!
ProChoice Sachsen

Ps.: Ihr könnt uns sehr gerne Redebeiträge an pro-choice[at]riseup.net schicken. Eine Auswahl würden wir dann in Annaberg-Buchholz verlesen. Audiobeiträge sind natürlich auch gern gesehen. Parallel zu unserem Protest wird es auch einen ganztägigen Radiobeitrag geben. Dieser wird über freie Radios gesendet. Falls ihr also Audiobeiträge einsendet, dann schreibt doch gern dazu, ob es für euch in Ordnung wäre, wenn diese an freie Radios weitergegeben und dort abgespielt werden.

Let´s Break the Silence! Lasst uns das Schweigen brechen!

Jeden Tag finden Schwangerschaftabbrüche statt. Jedes Jahr treiben Millionen Menschen weltweit ab und werden niemals über diese Erfahrung sprechen. Denn: sich bewusst für einen Abbruch der Schwangerschaft zu entscheiden, ist noch immer vielerorts verpöhnt, geächtet, bewertet. Menschen werden dafür ausgegrenzt, beschämt, verurteilt und bestraft.
Es wird geschwiegen.

Wir sagen: genug! Lasst uns gemeinsam das Schweigen brechen und über unsere Erfahrungen sprechen. Lasst uns die Erfahrungen so selbstverständlich mit Anderen teilen, wie es die Entscheidung für Abtreibung sein sollte. Lasst uns Scham, Schuld, Stigma und Verurteilung abschaffen.

Unsere Entscheidungen sind klar!
Es sind unsere Körper und unsere Leben! Und unsere Gründe und Geschichten sind so vielfältig wie wir.

Erzählt uns vom Prozedere, wie es für euch war. Und wie es euch dabei ging. Was war zum Kotzen? Zum Verzweifeln? Wer und/oder was hat sich euch in den Weg gestellt? Eure Entscheidung bewertet? Verunsichert? …gestärkt? Was hat euch Kraft gegeben? Wer und/oder was war wichtig? Wer war da? Wie stehst du heute dazu? Wofür müssen wir uns stark machen? Was muss sich ändern? Was muss mitgedacht werden?

Gestaltet dafür eine Postkarte oder macht ein Foto von euch mit eurem Statement. Schickt uns Videoclips, Audiobeiträge. Schickt uns Briefe. Schickt uns euren Text.

Lasst uns mit Schweigen und Stigma brechen!

#noStigma# #MyLifeMyChoice# #proChoice #myabortionmychoice

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Deine Geschichte wird hier und auf Instagram veröffentlicht. Bei Audiodateien nutzen wir zudem noch Mixcloud. Gerne kannst du uns ein Bild mitschicken, oder einen Satz bzw. Wort hervorheben, falls wir daraus ein Bild erstellen sollen.

Am einfachsten ist es wenn du uns über unsere Emailadresse kontaktierst:
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Zusätzlich zu unserem zusätzlich eingerichteten Blog gibt es auch noch:
Abtreibungsgeschichten auf Mixcloud
und auf Instagram