PM zum feministischen Straßenfest und Protest am 25. Mai 2019

Annaberg-Buchholz, 25.05.2019

+++ Protest gegen fundamentalistischen „Schweigemarsch” im Erzgebirge + lautstarker und kreativer Protest vom feministischen Bündnis Pro Choice Sachsen + Straßenfest und Gegendemonstration +++

Am Samstagnachmittag demonstrierten in Annaberg-Buchholz mehr als 400 Feminist*innen unter dem Motto: „Leben schützen! Abtreibung legalisieren!” Anlass dafür war der von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen organisierte sogenannte „Schweigemarsch für das Leben”.

Mona Naumann vom Bündnis Pro Choice Sachsen: „Bereits zum 5 Mal organisiert das Bündnis Pro Choice Sachsen in Annaberg Proteste. Wir halten es für gefährlich, wenn aufgrund einer wortgetreuen Bibelauslegung der Ruf laut wird, Abtreibungen komplett zu verbieten und die Entscheidung von Personen zu verurteilen. Verbote von Schwangerschaftsabbrüchen führen eben nicht dazu, dass keine Abtreibungen mehr stattfinden, sondern zwingen zu unsicheren und lebensgefährlichen Methoden.”
Pro Choice Sachsen fordert daher auch die Entkriminalisierung von Schwangerschafts-abbrüchen in Deutschland, da Abtreibungen noch immer illegal sind und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei bleiben.

Neben einer Gegendemonstration hat Pro Choice Sachsen ein Straßen- und Musikfest organisiert. Zusätzlich zum musikalischen Programm gab es Informationsstände, eine Hüpfburg und Redebeiträge. Pro Choice Sachsen demonstrierte in Annaberg-Buchholz gegen die antifeministische, homosexuellen- und transfeindliche Politik der selbsterklärten Lebensschutzbewegung. Sie ist ein Teil des globalen gesellschaftlichen Rechtsrucks, mit dem wir uns momentan konfrontiert sehen. In diesem Jahr beleuchtete der Protest auch die politische Lage in Alabama und setze sich inhaltlich mit der Debatte um die Abschaffung des § 219a StGB auseinander.

„Die erzkonservative Entwicklung in Alabama und der unzufriedenstellende Kompromiss zum § 219a StGB auf bundespolitischer Ebene zeigen einmal mehr, warum der Protest gegen Abtreibungsgegner*innen wichtig ist.”, bemerkt Mona Naumann.

Mehr als 400 Demonstrant*innen aus Sachsen, Thüringen und Berlin fanden ihren Weg in das sächsische Erzgebirge. Die Demonstration von Pro Choice Sachsen endete am Abschlusskundgebungsort der christlichen Fundamentalist*innen. Diese gaben an, dass sich 700 Personen ihrem Aufruf anschlossen. Die Polizei schätzte hingegen die Teilnehmerzahl auf 400 Personen.

In Sicht- und Hörweite der FundamentalistInnen wurde lautstark und nachdrücklich die Kritik zum Ausdruck gebracht. Neben Transparenten, Luftballons, Konfetti kamen auch Symbole wie Kleiderbügel zum Einsatz. Mona Naumann dazu: „Kleiderbügel waren und sind Hilfsmittel, auf die Schwangere zurückgeworfen sind, wenn Abtreibung verboten ist. Der Kleiderbügel wurde 2016 von Feminist*innen in Polen als starkes Symbol auf den Demonstrationen gegen eine drohende Gesetzesverschärfung zusammen mit der Parole „Nie wieder!“ eingesetzt.”

Die Verquickung fundamentalistischer und rechter Positionen konnte dieses Jahr auf dem „Schweigemarsch“ besonders deutlich beobachtet werden. So sprach Joachim Hadlich, einer der Gründer des Schweigemarsches und heute tätig im „Fachausschuss Familie” der AfD-Landesprogramm-Kommission, auf der Abschlusskundgebung der christlichen Fundamentalist*innen.

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